Ohne Auto

Vor einem Jahr rostete die Hinterachse meines Autos so stark, dass sie während der Fahrt brach. „Man kann nicht mehr viel machen“, sagte der Mechaniker mit einem entschuldigenden Lächeln.

Die Reparatur hätte doppelt so viel gekostet, wie das gesamte Auto noch wert war.

Da ich zu diesem Zeitpunkt kaum Geld hatte, entschied ich mich dafür, ein billiges und kleines Auto zu leasen.

Doch bis ich das nötige Kapital für die Erstkosten aufbringen konnte, vergingen fast drei Monate.

Ein Buspass und die Tatsache, dass meine Wohnung nicht weit vom Bahnhof liegt, retteten mich. Manche Strecken konnte ich mit dem roten Rad meiner Mutter zurücklegen und viele Wege ging ich zu Fuß.

Damals war ich frustriert und genervt. Mein gesamter Fokus lag darauf, wieder ein Auto zu bekommen. Ein Auto bedeutet Freiheit.

Freiheit, einfach abzuhauen. Freiheit, schwere Gegenstände transportieren zu können. Freiheit in der Zeiteinteilung.

Es war ein Moment puren Glücks, das neue Leasingauto abzuholen.

Wenige Monate später sprang dann ein Reh in meine Windschutzscheibe und verursachte einen Totalschaden.

Jetzt sitze ich wieder hier, ohne Auto.

Diesmal verspüre ich aber nicht so viel Frust. Ganz im Gegenteil: Ich freue mich auf die Herausforderung.

Das immer wärmer werdende Wetter, ein Arbeitsplatz, der mit dem Fahrrad erreichbar ist und das voraussichtlich gesparte Geld stecken hinter dieser Freude.

Außerdem ein kleiner Funke, tief in meinem Hirn, der mir sagt, dass etwas Besseres auf dem Weg ist.

Zumindest in den nächsten Wochen sind die Rehe sicher vor mir.

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