Die Wut akzeptieren

Die Menschlichkeit war für mich immer absurd. Es war schwer, diese Form zu akzeptieren. Ein soziales Säugetier mit verschiedenen Körperfunktionen. Oben drauf kamen dann noch die vielen „Extras“: Eine komplexe Gesellschaft und all ihre Einzelteile, meine Individualität inklusive Spiritualität und mein Platz in diesem gesamten Spiel.

Jeden Tag akzeptiere ich dieses Leben mehr. Es gibt gewisse Regeln. Körperliche Gesundheit ist grundsätzlich einfach: Bewegung und ausgewogene Ernährung. Mentale, emotionale und spirituelle Gesundheit scheint eine größere Herausforderung für mich zu sein.

Die vielen Schichten des Lebens mit ihren großen Emotionen überwältigten mich oft. Schon seit ich den Hormonwechsel erlebt habe, besuchen mich immer wieder starke Depressionen.

Lange litt ich, bis ich die Hinweise erkannte: Sie wollten mir einen anderen Weg zeigen. Erst, als ich Kaffee anbot und mich aufmerksam zuhörend mit ihnen an einen Tisch setzte, wurden die Besuche immer weniger.

Heute habe ich wieder etwas sehr Wichtiges über das Mensch-Sein gelernt. Ein Auszug aus meinem Journal:

„Wut und Ärger sind natürliche und normale Gefühle. Ich darf/erlaube mir jetzt, diese Gefühle zu haben, zu zeigen und auszudrücken.

Ich bin auch liebenswert, wenn ich wütend bin. Wut ist ein wichtiger Teil des Lebens. Wenn ich Wut auslebe, bin ich stark, ehrlich und frei.

Es ist okay, wenn andere Menschen wütend sind. Ich bin trotzdem liebenswert und wertvoll. Ich habe Liebe verdient, egal wie ich mich oder andere sich fühlen.

Ich heiße die Wut willkommen und ich drücke sie aus, wenn sie da ist. Ich bin sicher und frei.“

Ein weitere Schritt Richtung emotionaler Freiheit ist gesetzt. Die Wut ist wie die Depression nur ein Wegweiser und keine Endstation. Sie möchte nur gehört werden und ich ignoriere mich ab jetzt nicht mehr.

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