Wenn Sprache auf Schrift trifft: Österreichische Dialektwörter

Sprache und das geschriebene Wort faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Mich schriftlich auszudrücken ist mir persönlich sehr wichtig, weil ich meine Ideen und Gedanken übersichtlich strukturieren kann. Es erlaubt mir, meine innere Welt auf eine Art und Weise zu vermitteln, wie es im Gespräch nicht möglich ist.

Als geborene Österreicherin ist mein Dialekt ein Teil meiner Identität. Der geht beim Schreiben verloren. Darum möchte ich hier mit dir den zweiten Teil meiner liebsten Dialektwörter teilen.

Oboschn

„Die Katze ist fast durch das Fenster oboscht.“

=abhauen/entwischen

Nicht zu verwechseln mit: Obwoschn

„Ich muss noch das Geschirr obwoschn.“

=abwaschen

Kiwarei

„Fast wurdest du von der Kiwarei erwischt.“

=Polizei

Einzahl davon: Der Kiwara oder der Kiwarist

Praker

Dieses Wort hat zwei Bedeutungen.

„Dieser Hund ist ein richtiger Praker. So ein riesiges Tier hab ich noch nie gesehen.“

=ungewöhnlich großer/s Mensch/Tier/Ding

„Ich prak dir gleich eine.“

=Schlag ins Gesicht (siehe Fotze, Watschn)

Dir fällt vielleicht auf, dass der österreichische Dialekt viele verschiedene Ausdrücke für einen Schlag ins Gesicht hat. Mir zumindest war nicht bewusst, wie viele es tatsächlich gibt. Meist werden diese Sprüche aber weniger als reale Drohung und mehr als halbspaßiger Ausdruck bestimmter Emotionen genutzt.

Generell macht es mir Spaß, ab und zu genauer auf meine Sprache zu achten und die Ironie in manchen Ausrücken zu erkennen. Immerhin verändert sich der Dialekt ständig. Was wird das nächste Wort sein, das schon morgen jeder in seinen Wortschatz aufnehmen wird?

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