Finde die Einführung und die gesamte Liste zum Projekt hier.
Das Leben zwingt mich zurzeit regelrecht, meine Welt neu zu erfinden: In den letzten Monaten starb meine Kindheitskatze, ich zog in meine erste eigene Wohnung und mein Auto wurde aufgrund eines Achsenbruchs zum Totalschaden.
Das scheint mir wie die perfekte weiße Leinwand, an der ich nun mein neues Leben skizzieren kann. Nur für mich und meine Habe verantwortlich, genieße ich unglaubliche Freiheit.
Also, wer möchte ich sein?
Was möchte ich tun und haben?
Etwas, an dem ich bereits seit Jahren arbeite: Sanfter zu mir selbst sein. Ich möchte entspannter und lockerer durchs Leben gehen. Mich selbst weniger kritisieren und mehr akzeptieren. Tun, was mir selbst guttut.
Jeden Tag achte ich aktiv darauf, mich immer wieder mal zu entspannen.
Meinen Körper, indem ich langsamer und tiefer atme, meine Muskeln entspanne oder meine Gliedmaßen ausschüttle.
Mental, indem ich auf den „Reset-Button“ klicke. Dabei entleere ich mein mentales Inventar, schließe alle offenen Tabs und schmeiße alle Gedanken aus dem Kopf. Das bringt mich ausnahmslos zurück in den Moment.
Emotional, indem ich mit einem Polster die Couch verprügle, einen langen Schrei auslasse oder mal ein wenig weine.
Das hinterlässt eine vollkommen neue Version von mir. Entspannter eben.
Sich zu entspannen heißt Anspannung loszulassen. Diese Anspannung kann viele verschiedene Gesichter haben. Angst, Stress, Widerstand… Es ist keine leichte Arbeit, aber eine sehr gewinnbringende.
Mein Umzug fordert außerdem komplett neue Seiten an mir. Ich entwickle gerade eine erwachsenere Version meiner Person, die es so noch nie gegeben hat.
Als neue Person stehe ich meiner Zukunft entgegen und setze jetzt den ersten Schritt.
Das geworfene Sein, dass sich immer wieder neu erfinden muss. Existenzialismus pur und völlig faszinierend. Höre nie auf, die neu erfinden zu wollen!
LikeGefällt 1 Person